Die Ursprünge des Friedenskotten liegen in der Jugendarbeit des BDKJ im Dekanat Iburg und im Vinnenberger Kreis aus Osnabrück. Immer stärker werdende Reibungen zwischen Amtskirche und BDKJ führten schließlich 1976 zur Gründung eines eigenen Vereins. Im Dezember 1976 wurde der Mietvertrag für das Gebäude unterzeichnet.

Es folgte eine intensive Phase der
Renovierung des Hauses. Der Wohnbereich wurde mit Heizung ausgestattet und hergerichtet. Der heutige Belegteil - früher Stallungen - musste komplett saniert und umgebaut werden. Die Finanzierung dieses Vorhabens gestaltete sich in den ersten 10 Jahren der Vereinsgeschichte äußerst schwierig. Öffentliche Unterstützung von kommunaler Seite gab es in den ersten Jahren gar nicht, wohl aus Angst vieler Politiker, dass sich in einem nicht offiziellen Haus eine Zusammenballung oppositioneller Kräfte ergeben würde. Nach zehn Jahren wurden aus Vereinsmitteln, Elternspenden, Zuschüssen und Einnahmen aus Veranstaltungen rund 200.000 DM in das Haus investiert. Bis heute wurde der Zustand stetig erneuert und verbessert.

Arbeitskreise bereiteten ab 1977 unterschiedlichste Projekte vor. Plattdeutsche Lieder, Volkstänze, Bauernoper, Filmseminare, Karwoche und in den Herbstwochen machte der Verein zunehmend auf sich aufmerksam. Fester Bestandteil der damaligen Arbeit war die Beratung von Kriegsdienstverweigerern, die Aktionen der Gewaltfreien Gruppe, der Verkauf von UWS-Papier und die Auftritte des Musikkreises. Der Friedenskotten organisierte die ersten Ostermärsche in Georgsmarienhütte. Mitte der achtziger Jahre wurden die Arbeitskreise eher funktional durch Zivildienstleistende betrieben. Halbjahresprogramme mit Angeboten zu Themen wie Ökologie, Dritte Welt, Frieden und Angebote im kreativ musischen Bereich wurden entwickelt. Nach Auflösung vieler Arbeitskreise wurde das Thema Ökologie Anfang der achtziger Jahre Hauptbestandteil der inhaltlichen Arbeit. So erstellte der Verein ein Konzept zur Müllentsorgung im südlichen Landkreis Osnabrück. Mit der Stadt Georgsmarienhütte wurde gemeinsam eine Aluminium-Sammlung durchgeführt. 1986 nahmen im Rahmen einer Arbeitsbeschaffungsmaßnahme zwei hauptamtliche Kräfte die Arbeit im Friedenskotten auf. Ihre Aufgabe war es vor allem, eine innovative Bildungsarbeit auf dem Gebiet der Ökologie zu leisten.

Fester Begleiter der Kottengeschichte waren die
Zivildienst-leistenden im Haus. Bis Ende der 80er Jahre waren regelmäßig zwei Zivi's im Kotten beschäftigt, die bis dato auch in den Wohngemeinschaft lebten. Heute ist eine Stelle besetzt. Die Zivildienstleistenden wohnen aber nicht mehr im Haus. Ihre Aufgaben beschränken sich im wesentlichen auf hausmeisterliche Tätigkeiten, kleinere Reparaturen und die Betreuung der Beleggruppen. Inhaltliche Arbeit ist nicht mehr Aufgabe der Zivi's, kann aber freiwillig ausgeübt werden.

Ein wichtiger Bestandtteil der Friedenskottenarbeit ist seit Bestehen die Aufnahme von
Beleggruppen. Schulklassen, Initiativgruppen, Verbände und/oder Parteien aus dem gesamten Bundesgebiet und dem Ausland sind häufig Gäste im Friedenskotten. Verpflegten sich diese Gruppen anfangs ausschließlich selbst, wird seit Anfang der 80er Jahre auch die Möglichkeit geboten, sich vollwertig verpflegen zu lassen. Die Betreuung der Gastgruppen im Haus ist heute Hauptbestandteil der Arbeit im Friedenskotten.